Ein Beitrag von Cornelia Henle
Abschalten erlaubt – Rita Falks Eberhofer-Krimis als literarische Verschnaufpause
Zwischen Ton, Drehscheibe und Werkstattalltag brauche ich hin und wieder Literatur, die
nicht fordert, sondern entlastet. Bücher als Gehirnausgleich – leicht, humorvoll, mit der
Erlaubnis, einfach mal abzuschalten. Auf Rita Falks Eberhofer-Krimis bin ich genau so
gestoßen: durch Empfehlungen und den Ruf, zuverlässig zum Schmunzeln zu bringen.
Und genau das tun sie.
„Winterkartoffelknödel“, der erste Band der Reihe, ist für mich ein ideales Beispiel.
Franz Eberhofer ist Dorfpolizist in Niederbayern, kein Held, kein Genie, sondern ein eher
gemütlicher Typ mit ausgeprägter Liebe zu Leberkäs und Ruhe. Die Mordfälle, mit denen
er konfrontiert wird, reißen ihn regelmäßig aus seiner Komfortzone – was weniger zu
Hochspannung als zu trockenem Humor führt.
Besonders imponiert hat mir die Großmutter: eine Figur, die mit stoischer
Selbstverständlichkeit den Haushalt, die Moral und die Essensversorgung regelt. Sie ist
lautlos dominant, herzlich und streng zugleich – und für mich eine der stärksten Figuren
des Buches.
Die große Stärke des Romans liegt nicht in einem raffiniert konstruierten Kriminalplot.
Der ist eher überschaubar und stellenweise vorhersehbar. Doch genau das ist auch
seine Qualität: Man darf mitdenken, muss aber nicht. Falks Sprache ist direkt,
ungekünstelt, der Dialekt atmosphärisch, ohne zu überfordern.
Wenn ich „Winterkartoffelknödel“ mit drei Adjektiven beschreiben müsste, wären es:
entspannend, humorvoll, bodenständig. Ein Buch, das nichts will, außer unterhalten –
und darin sehr zuverlässig ist.


